Jeden Tag sitzt die Blumenfrau an der gleichen Stelle, zu jeder Jahreszeit mit anderen Blumen, im Winter nur von einer Decke gewärmt. So hofft sie jeden Tag auf ein paar Münzen. Viele Menschen gehen ebenso jeden Tag an ihr vorbei ohne sie zu beachten. Wanja freut sich jedoch jedes Mal wenn er sie sieht, manchmal kauft er mit seinen Eltern ihre Blumen. Die Blumenfrau lächelt ihn an und gibt ihm ihren Segen. Doch eines Tages ist sie nicht mehr da und Wanja fällt auf, dass er nicht einmal ihren Namen kennt.
Warum dieses Buch?
Anne-Christin Plate greift in diesem Buch ein Thema auf, dass zumindest in größeren Städten allgegenwärtig ist. Menschen, die um Geld bitten oder mit dem Verkauf kleinerer Dinge versuchen, ein paar Münzen zu verdienen. Oft werden sie von anderen Menschen nicht wahrgenommen, manche betrachten sie ängstlich oder gar abfällig. Kinder nehmen diese Menschen aus ihrer Perspektive sehr deutlich wahr, bemerken auch, wenn sie nicht an den gewohnten Plätzen anzutreffen sind. Das Buch ermuntert uns dazu, auch einmal nach dem Namen zu Fragen, nach den Geschichten, Sorgen und Nöten. Wanja zeigt uns, dass nicht nur er etwas gibt, wenn er ihre Blumen kauft, sondern auch etwas sehr Wertvolles bekommt, nämlich ihren Segen und das Gefühl, einem anderen Menschen mit etwas Aufmerksamkeit einen Moment der Freude geschenkt zu haben. Die Geschichte bietet uns viele Möglichkeiten, mit Kindern über Armut, verschiedene Lebenswelten und -entwürfe zu sprechen. Aber auch darüber wie es sich anfühlt von niemandem gesehen zu werden und wie schön es doch ist, wenn sich jemand für einen interessiert.
Vielen Dank dem NordSüd-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
(Jenny)
Verlag: NordSüd Verlag
Erscheinungsjahr: 2024
Seitenzahl: 40
ISBN: 978-3-314-10675-0
Altersempfehlung des Verlags: ab 4 Jahren