In unserer Nähe wohnt ein Mädchen. Jeder kennt sie und doch kennt sie keiner. Sie hat keine schönen Kleider, kein schönes Haus, ja nicht einmal ein eigenes Zimmer oder Bett. Sie hat auch keine Freunde und niemand gibt sich Mühe, ihren Namen richtig auszusprechen. Sie fällt allen auf und gleichzeitig beachtet sie niemand. Es scheint fast, als gäbe es sie gar nicht. Und plötzlich ist sie weg. Aber sie hat Spuren hinterlassen, die wie ein Schatz anmuten.
Warum dieses Buch?
Die Geschichte wird aus der Perspektive zweier anderer Kinder erzählt. Es geht darum, wie sie sich selbst und „dieses Mädchen“ wahrnehmen, wie sie mit ihr umgehen, sie aber nicht an ihrem Leben teilhaben lassen und sich genauso wenig für ihres interessieren. Es werden zunächst viel Unterschiede herausgestellt und erst zum Schluss, als das Mädchen verschwunden ist, werden Gemeinsamkeiten gefunden. Solche Geschichten lassen sich leider immer und überall wiederfinden. Kinder, die übersehen werden, weil sie anders als die anderen Kinder in ihrer Umgebung, leben. Weil sie von Armut betroffen sind, vor Krieg oder aus anderen Gründen aus ihrer Heimat flüchten mussten und nun nichts mehr haben, weil es Sprachbarrieren gibt oder andere Umstände ihrer Lebenswelt den Kontakt zu anderen Kindern erschweren. Und nicht zuletzt, weil es so viele Vorurteile in der Welt gibt, die Menschen aus verschiedensten Gründen ausgrenzen.
Der Text wirkt nachdenklich, die Illustrationen ergänzen und unterstreichen ihn, in dem sie als Kontrast die wahre Lebenswelt des Mädchens zeigen. Ida Mlakar Črnič und Peter Škerl haben so ein tiefgründiges und berührendes Buch geschaffen, welches viel Potenzial für Reflektion und Gespräche bietet.
Vielen Dank dem Verlag Beltz & Gelberg für dieses Rezensionsexemplar!
(Jenny)
Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheinungsjahr: 2023
Seitenzahl: 32
ISBN: 978-3-407-75739-5
Altersempfehlung des Verlags: ab 5 Jahren